Unawatuna: die Reise beginnt

Hallo ihr Lieben,

Mein erster Stopp nach Ayurveda Sri Lanka hat mich von der Westküste Sri Lankas weiter geführt nach Unawatuna. Der Name hat mich ein wenig an Hakuna Matata erinnert ;).

Noch ein kurzer Hinweis, bevor ich loslege: Dieser Artikel enthält Werbelinks (*).

 

Wo liegt Unawatuna?

Unawatuna liegt an der Südküste Sri Lankas, 4 km östlich des bekannten Städtchens Galle.

 

Warum Unawatuna?

Was soll ich sagen, ich bin ein Marketing-Opfer ;). Angelockt von einem tollen Bild auf Instagram und einer sympathisch klingenden Beschreibung in meinem Sri Lanka Reiseführer* habe ich mich für dieses kleine Örtchen entschieden.

 

Unawatuna: meine Erfahrung

Wie Unawatuna insgesamt ist, vermag ich nicht zu beurteilen, da es für mich nur ein kurzer Stopover war. Sicherlich gibt es hier deutlich mehr zu entdecken als ich in 26 Stunden gesehen habe. Und mir war auch klar, dass es jeder Ort schwer haben wird nach meinem tollen Ayurveda-Aufenthalt. In Summe hat mich jedoch das, was ich gesehen habe, nicht ganz überzeugt. Die Gründe schildere ich euch gerne.

 

Unawatuna: die Palmenschaukel

Bei meiner Recherche für die Reise durch Sri Lanka stieß ich auf ein wunderschönes Bild eines Mädels auf Instagram, das auf einer Palmenschaukel in den Sonnenuntergang schaukelte. Es sah so ähnliches aus wie dieser Handy-Schnappschuss, den ich gemacht habe:

Unawatuna_Palmenschaukel

 

Ich war beeindruckt und dachte: „Oh toll, da muss ich hin.“

Die Schaukel sollte laut der Beschreibung auf Instagram am Unawatuna Beach sein. Bei meinen weiteren Recherchen fand ich heraus, dass die Schaukel jedoch am Dalawella Beach hängt, und zwar in einer Unterkunft namens ‚Dream Cabanas‘.
Nach dem Checkin in meinem Hostel war schnell ein Tuk Tuk organisiert, das mich für sagenhafte 1,72 € dorthin fuhr. Als ich auf der Rückbank der dreirädrigen Motor-Rikschka saß und wir durch Palmenwälder fuhren, hatte ich zum ersten Mal das Gefühl zu reisen und grinste selig in mich hinein.
Von außen waren die ‚Dream Cabanas‘ nicht wirklich zu erkennen, wir haben sie dann aber doch gefunden und ich wurde freundlich nach innen zum Strand begleitet. Was mich dort erwartete, musste ich erst eine Zeit lang auf mich wirken lassen…

Eine hippe Strandbar mit hippen Reisenden und jeder Menge Poser. Der Strand an sich war wirklich schön und die Schaukel wie erwartet ziemlich attraktiv. Die Atmosphäre drum herum ernüchterte mich jedoch schnell. Schlange stehende Instagram-Hipster-Blogger mit einer Kamera-Ausrüstung, dass jeder Profi-Fotograf neidisch werden könnte. Es wirkte fast schon ein wenig surreal, wie eine(r) nach dem anderen auf die Schaukel kletterte, hin und her schaukelte, sich dabei wild in Posen warf. Danach wurden die Bilder, die zeitgleich mit der Profi-Kamera, der Go-Pro und einer Drohne gemacht wurden, ausgewertet. Und irgendwie war es fast schon amüsant zuzuschauen, was dann passierte: ein Pärchen stritt sich, weil sie das Bild von ihm nicht genau aus der vorher besprochenen Perspektive gemacht hatte und ihm nicht gesagt hatte, dass seine Frisur nicht richtig sitzt. Und so wurden etliche weitere Perspektiven und Posen geprobt.

Anschließend fotografierte ein Hipster-Pärchen sein Kind in der Schaukel. Damit die Bilder jedoch richtig gut aussehen, wurde das Kind entsprechend hoch angeschubst – was erst in einem lauten Schreien und dann in Heulerei endete. Was macht man nicht alles für ein gutes Bild…

Begleitet wurde all das mit Sätzen, wie „amazing“ und „mega nice“ es hier wäre. Dicht gefolgt von dem zickigen Satz eines Mädels zu ihrem Freund: „Mann Schatz, jetzt stör mich nicht, ich will das gleich bei Insta posten.“
Dabei hatte ich den Eindruck, dass kaum einer die Atmosphäre wirklich wahrgenommen hat, es ging gefühlt nur um die Bilder und das Posing. Das zu beobachten war eine Erfahrung, auf die ich hätte verzichten können.

Ich habe spontan für mich entschieden, dass ich auf ein Bild von mir auf der Schaukel verzichte und habe den schönen Sonnenuntergang, den außer mir vermutlich kaum einer so wirklich wahrgenommen hat, zum heimlichen Helden des Abends gekürt.

 Sonnenuntergang_Dallawella

Unawatuna Beach

Nach dem ‚Highlight‘ an der Palmenschaukel fuhr ich mit dem Tuk Tuk weiter zum Unawatuna Beach. Der Strand wurde in der Literatur als sehr schön gelobt. Ich wurde dort jedoch von einem überfüllten Städtchen-Strand mit sehr grobem Sand überrascht. Die Promenade sehr touristisch – landestypisches Essen war auf die Schnelle nicht zu finden, nachdem meine vorab recherchierte Empfehlung leider geschlossen hatte.
So blieb bei mir der Eindruck hängen von einer grölenden, holländischen Gruppe am Strand sowie von einem Restaurant, das ich nicht weiterempfehlen kann. Das landestypische Curry stand zwar auf der Karte, aber kurzfristig nicht zur Verfügung. Da ich ansonsten nur die Wahl zwischen Pizza, Pasta und gegrilltem Fisch hatte, entschied ich mich für letzteres. Statt des angekündigten „local fish mit rice“ wurde mir ein völlig verpfeffertes Stück Thunfisch mit Pommes serviert. Der Service war unglaublich langsam – und mit der Zeit musste ich sogar über mich selbst lachen, als mir meine schlechte Laune wegen der Gesamtsituation bewusst wurde. So hatte das alles doch noch was Gutes.
Der Reisemodus und ich – wir mussten uns gestern erst noch anfreunden. Wenigstens der Sonnenuntergang war noch schön ;).

Sonnenuntergang_Unawatuna

Diese Erfahrung wollte ich jedoch nicht so stehen lassen und dem Ganzen am nächsten Tag eine zweite Chance geben. Und siehe da, es war doch zu was gut. Das Restaurant, an dem ich am Abend vorher mittelmäßig gegessen hatte, diente mir nun immerhin als Wegweiser zum Strand – ansonsten wäre ich womöglich dran vorbei gelaufen. Der Strand war an Tag 2 immerhin nicht so voll und so söhnte ich mich ein wenig mit Unawatuna Beach aus. Und schöne Motive gibt es schließlich (fast) überall ;).

Unawatuna_Beach

Unawatuna: Meine Unterkunft

Nach dem Luxus mit Ayurveda Sri Lanka war klar, dass es ab sofort spartanischer zugehen würde. Ich habe mich für ein preiswertes Hostel namens Out of Rupeace* entschieden. Für unter 20 € pro Nacht im relativ großen Einzelzimmer inkl. eigenem Bad und Frühstück kann man nun wirklich nicht meckern. Da sehe ich auch gerne über die nicht ganz so sauberen Ecken hinweg und die gefühlt unglaubliche Hitze im Zimmer, als der Strom und damit der Ventilator ausfiel. Ich war mir allerdings nicht ganz sicher, ob die Bettwäsche ganz frisch war – aber für solche Fälle habe ich meinen dünnen Seidenschlafsack* dabei ;).
Dafür haben das schnelle Internet (wenn es denn Strom und Internet gab) und die Freundlichkeit der Besitzer überzeugt. Und hier von einem bunten Vogelkonzert geweckt zu werden, ist irgendwie auch deutlich schöner als ein schrillender Wecker Zuhause ;).

 

Unawatuna: Mein Fazit

Sicherlich hätte es dieses Städtchen verdient noch weiter erkundet zu werden, bevor ich mir ein ernsthaftes Urteil darüber erlaube. Da ich diese Zeit jedoch nicht habe bzw. sie mir nicht nehme, erlaube ich mir folgendes Zwischen-Fazit.
Palmenschaukel: Hipster-Traveller, die nur auf ein nices Bild aus sind, dürften sich hier sicherlich richtig fühlen. Auch wenn die ‚Einsame-Palmen-Optik‘ wenig mit der Realität zu tun hat, aber auf Bildern sieht man das ja nicht ;). Ich persönlich werde versuchen solche Orte zu meiden.
Unawatuna selbst hätte noch eine Chance verdient, im Detail entdeckt zu werden – vielleicht ein anderes Mal. Jetzt warten andere, schönere Strände auf mich. Wer jedoch

  1. einen langen Strand mit guter, internationaler Infrastruktur mag,
  2. sich nicht daran stört, dass dort nur Touristen unterwegs sind und davon in der Regel nicht wenig,
  3. damit klar kommt, dass alle 2 Minuten ein Verkäufer vorbeistreunert, der einem ein Tuch, ein Hemd, eine Kokosnuss, ein Armband, einen Holz-Elefanten oder sonstige schlecht produzierte Billigware verkaufen möchte,
  4. es toll findet morgens um 10.30 Uhr schon einen Gin Tonic oder ein Bier zu bestellen und sich damit in guter Gesellschaft findet,

… der fühlt sich dort bestimmt ganz wohl.

 

Wie geht’s weiter?

Für mich ging es heute gut gelaunt mit dem Zug weiter nach Mirissa, ein Stück weiter die Südküste entlang.

Versprochen wurde mir Mirissa in meinem Reiseführer* „als eine der schönsten Buchten Sri Lankas“ und ein „neues Lieblingsziel der Traveller, die Unawatunas übedrüssig geworden sind.“. Ob das ähnlich ernüchternd wird? Ich bin gespannt es die nächsten Tage herauszufinden… Und was ich auf der Zugfahrt erlebt habe (Stichwort: typisch ich), das erzähle ich euch im nächsten Artikel.

Simply Unawatuna. Simply me.

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8 Antworten auf „Unawatuna oder: ’nein‘ zu Instagram-Hotspots“

  1. Oha 😂 Was für eine schaurig-lustige Erfahrung. Hast du zufällig das Hipstergeschwader abgelichtet? Das hätte ich ja zu gerne mal gesehen 😜

  2. Schaukelbilder werden überschätzt😜
    Schön, dass du sooo entspannt bist, dass du sogar den Zugausstieg verpasst und so Zeit hast mit Freunden zu face timen✌️😘
    Das war schöööön

  3. Hi Melanie,

    Deine Beiträge zu Sri Lanka sind echt super hilfreich! 🙂

    Bezieht sich dein Fazit (viele Verkäufer/Sauftouristen) eher auf Unawatuna selbst oder auch die Strände südlich (Dalawella usw,. also da wo die Schaukel ist)? Ich habe extra etwas 1km südlich von Unawatuna gebucht und hatte eigentlicht gehofft dass es da ruhig ist 😀

    LG Steffi

    1. Hi Steffi,
      freut mich, wenn ich helfen kann :). Mein Fazit bezieht sich in erster Linie auf Unawatuna Beach selbst und den erlebten Zirkus an der Schaukel am Dalawella Beach. Zu den anderen Stränden kann ich nichts sagen, die habe ich nicht besucht. Bin gespannt auf deine Erfahrungen – meld dich gerne, wenn du da warst.
      Lieben Gruß,
      Melanie

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