Von Mirissa nach Tangalle

Hallo ihr Lieben,

So langsam bekomme ich Routine im Reisen. Doch bevor ich mit meinem Reisebericht über Tangalle starte, hier wieder der rechtliche Hinweis: Dieser Artikel enthält Werbelinks*.

Gerne wäre ich die komplette Strecke mit dem Zug gefahren, doch die Zugstrecke an der Südküste ist nur bis Matara ausgebaut und endet dort. Und so gestaltete sich meine Anreise ebenso mehrteilig wie günstig.
– Vom Hostel in Mirissa zum Bahnhof mit dem Tuk Tuk (200 Rupien = 1,15 €)

– Von Mirissa mit dem Zug nach Matara (20 Rupien = 0,11 € in der 2. Klasse)
– Vom Bahnhof Matara mit dem Taxi zum Busbahnhof in Matara (das sind 2-3 km Strecke, 300 Rupien = 1,72 €)
– Mit dem Bus von Matara bis Tangalle (knapp 40 km, 60 Rupien = 0,34 €)
– Mit dem Tuk Tuk von Tangalle bis zu meiner Unterkunft in Marakolliya (400 Rupien = 2,30 €)
– Mit dem Holzfloß über die Lagune/ den Fluss, da im Frühjahr bei einem Hochwasser die Brücke darüber eingebrochen ist (gratis ;)…)
– Zu Fuß die letzten Meter bis zur Unterkunft

Abenteuerliche Anreise, aber sie hat sich gelohnt. Die Fahrt entlang der Küste war wieder ziemlich schön und mit dem Bus habe ich ein neues Fortbewegungsmittel kennengelernt. Ich hatte ein paar Geschichten über’s Bus fahren gehört, die wenig motivierend waren, doch es lief alles glatt. Der Bus war nicht besonders voll und mein Gepäck und ich kamen gut und sicher in Tangalle an. Und das alles für unter 6,00 € bei über 50 Kilometern und 7 Teil-Etappen – da lacht das Schwabenherz (noch, die nächsten Etappen werden deutlich teurer).

 

Wo liegt Tangalle?

Tangalle liegt an der Südküste Sri Lankas. Ins Surfer-Örtchen Dikwella sind es ca. 15 km, nach Matara (hier endet die Zugstrecke) knapp 40 km, nach Mirissa ca. 50 km, nach Unawatuna und Galle ca. 80 km. Nach Colombo sind es rund 200 km.

 

Wie ist Tangalle?

Ich habe mehrfach gelesen, dass die Gegend ursprünglicher, naturnäher und weniger touristisch wird, je weiter man die Südküste entlang gen Osten kommt. Das zeigt sich auch in Tangalle, das online als das ‚gegenwärtig östlichste Ferienzentrum‘ der Südküste beschrieben wird.
Ein Online-Reisemagazin schreibt über Tangalle, es sei eine ‚wahre Oase für Individual- und Rucksackreisende. Fernab vom touristischen Trubel werden hier Entspannung und Ursprünglichkeit großgeschrieben‘.
Die Kleinstadt wurde 2004 heftig vom Tsunami getroffen – damals kamen laut der Ärztezeitung 4.500 der 10.000 Einwohner ums Leben. Inzwischen wurde vieles wieder aufgebaut.
Im Zentrum selbst soll es einige Party-Hotels geben, je weiter östlich man geht, desto ruhiger wird es.
Ich selbst kann wenig über Tangalle an sich sagen, da ich das Städtchen nur zweimal kurz gesehen habe. Einmal aus dem Bus – vom Busbahnhof bin direkt mit dem Tuk Tuk weiter gen Osten ins sehr ruhige Marakolliya gefahren. Und ein zweites Mal, als wir abends kurz zum Geld holen in die Stadt gefahren sind. Was ich gesehen habe, wirkte nicht ganz so charmant. Ich bin aber vorsichtig mit meinem Urteil, da ich kaum was gesehen habe. Bestimmt hat die kleine Stadt auch schöne Ecken.

 

Warum Marakolliya?

Wie ihr vielleicht schon bemerkt habt, bin ich nicht gerade scharf auf laute Party-Bars, volle Touri-Strände und trubelige Städte in Sri Lanka. Vielmehr freue ich mich über besondere Locations und ursprüngliche, ruhige Strände. Marakolliya liegt ca. 5 km östlich von Tangalle im Hinterland und ist damit noch einmal ein gutes Stück natürlicher und abgeschiedener als Tangalle.

In meinem Reiseführer* steht, hier gäbe es ‚paradiesische Natur‘ und der Strand wäre an ‚Quantität und Qualität des Sandes kaum zu überbieten‘. Das klingt doch gut! Außerdem habe ich bei meinen Recherchen eine fantastische Unterkunft gefunden.

 

Tangalle: Meine Unterkunft

Auf der Suche nach einer Unterkunft bin ich recht schnell auf die Eco Cabanas Marakolliya* gestoßen – die Bilder und Bewertungen waren klasse und für unter 25 € pro Nacht war ich sofort begeistert. Ich wurde nicht enttäuscht von dieser besonderen Anlage, die erst vor 1,5 Jahren gebaut wurde.

Eco Cabanas Marakolliya: Die Unterkunft

Von der außergewöhnlichen Anreise hatte ich ja bereits oben berichtet. Die Lage ist absolut großartig, sehr ruhig mitten im Grünen gelegen, nur erreichbar über eine Schotterpiste und im Moment eben zusätzlich über ein Holzfloß aufgrund der eingestürzten Brücke. Dort erwartete mich der Gastgeber der Unterkunft bereits und holte mich ab.

Ich hatte eine eigene Hütte, sehr schön gemacht aus Holz, mit eigener Veranda und richtig toll eingerichtet. Alles sauber, schönes Bad und ein bequemes Bett mit Moskito-Netz. Meine Hütte war sogar ganz neu und wurde erst vor ein paar Wochen neu gebaut. Nach der dreckigen Low Budget-Unterkunft in Mirissa war ich umso begeisterter hier. Auch die Betreiber sind wirklich nett und ich glaube ich hatte bisher noch nirgends sonst so stabiles und gutes Internet. Und das mitten in der Pampa.

 

Eco Cabanas Marakolliya: Das Essen

Durch die abgeschiedene Lage ist es so, dass man nicht eben schnell in die Stadt gehen und sich eines der vielen Restaurants aussuchen kann. Und so aß ich am ersten Abend in der Unterkunft. Das Essen hat mich voll überzeugt. Das Gemüse-Curry stellte sich als drei Curry-Varianten heraus (Karotte, Aubergine, Dhal (=Linsencurry)) und wurde mit mehr Reis serviert, als ich in den zwei Wochen Ayurveda Sri Lanka zusammen gegessen habe :D. Es war nicht nur sehr viel, sondern auch richtig lecker.
Morgens gab’s ein fantastisches Sri Lankan Breakfast mit Linsencurry (dhal), lecker gewürzten Kokosflocken (coconut sambol), Obst, Pancakes (plain hoppers) und Ei. Die Portion war so groß, dass ich davon auch noch das Mittagessen und das Abendessen bestreiten konnte.
Und das für je unter 3,50 € – wirklich sehr fair, zumal alles frisch zubereitet wird.

Eco_Cabanas_Marakolliya

Eco_Cabanas_Marakolliya

 

Marakolliya Beach

Der Weg zum Strand

Der kurze Fußweg von den Eco Cabanas* zum Strand ist ebenso besonders wie die Unterkunft selbst. In nur 3 Gehminuten erreicht man Marakolliya Beach. Doch auf dem Weg dort hin gibt es einiges zu sehen. Zuerst durchquert man die Mangrove Beach Chalets*. Man überquert mit einer Holz-Hängebrücke die Lagune/ Mangroven. Auf dem Weg dort hin raschelte es plötzlich in den Bäumen und ich traute meinen Augen kaum – da saßen Affen in den Bäumen. Leider konnte ich nur kurz mein Handy zücken statt der richtigen Kamera und wurde Zeuge, wie der eine Affe sich am Hintern kratzte und da waren sie auch schon wieder weg.

 

Marakolliya Beach

Plötzlich steht man in einem wunderschönen Palmenwald neben den Mangrove Beach Cabanas* und ist am Strand. Der Strand war nicht ganz so ruhig und menschenleer wie der in Kamburugamuwa bei Mirissa, aber auch traumhaft schön und deutlich weniger touristisch als die vorherigen. Nette Fischerboote direkt am Meer oder der angrenzenden Lagune, ein relativ naturbelassender Strand und dazu nette Beachbars, in denen man z.B. gemütlich einen frisch gemixten Mangosaft trinken und in der Hängematte den Sonnenuntergang beobachten kann.

Schwimmen war am Marakolliya Beach leider wie auch schon in Ambalangoda, Unawatuna und Mirissa keine Option. Eine rote Flagge am Strand mit einem Zettel wies darauf hin, dass hier Leute ertrunken seien und dass man nicht ins Wasser gehen soll. Und so war auch dies wieder ein Strand, den ich lieber mit den Augen genossen habe statt im Meer zu planschen. Zum Genießen und Fotografieren gab es dafür umso mehr :).

 

 

Mein ‚Highlight‘

Eines Abends war ich länger beschäftigt mit Orga-Themen und so war das Licht in meiner Hütte länger an. Ich saß gemütlich auf dem Bett und tippte in mein Laptop, plötzlich hüpfte durch die Öffnung meines Moskitonetzes ein Frosch in mein Bett. Ich erschrak erst mal sehr. Als ich aufschaute, bemerkte ich, dass durch das Licht weitere Tiere angezogen worden waren. Sie kamen durch die Belüftungsschlitze über der Tür und dem Fenster in meine Hütte gekrochen. So saß nicht nur der Frosch in meinem Bett, sondern auch drei riesige Heuschrecken und jede Menge weiteres Getier von außen an meinem Moskitonetz.

 

Es war ein Teufelskreis – während das Licht brannte, kamen immer mehr Tiere hinein. Doch raus wollte ich zunächst auch nicht, da an der Öffnung des Moskitonetzes weitere Tiere saßen, die dann ins Bett gekommen wären. Selten war ich so dankbar für das schützende Moskitonetz ;). Nach einer Phase der Aufregung evakuierte ich schließlich mehr oder weniger mutig die größeren Tiere und konnte dann halbwegs beruhigt schlafen gehen. Vom ständigen Rascheln vor der Türe mal abgesehen ;).
Notiz an mich selbst: In Zukunft wieder dem Rhythmus der Natur folgen und nach Sonnenuntergang bald ins Bett gehen.

 

Tangalle Sehenswürdigkeiten

Für mich waren es sehr ruhige Tage, geprägt von Fotografieren, Strand und Orga. Es gäbe auch hier noch viel zu entdecken, z.B. das Schildkröten-Projekt in Rekawa, diverse Strände (z.B. Tangalle Beach, der malerische Goyambokka Beach, der direkt am Hafen beginnende Medaketiya Beach, der einsame Medilla Beach etc.), die Lagune von Tangalle (inkl. Krokodile) etc. Auch unterschiedliche Ausflüge in die Umgebung können unternommen werden.

Doch ich habe entschieden, auf der Durch-die-Welt-Reise nicht zahlreiche Erlebnisse stumpf aneinander zu reihen, sondern lieber zu reduzieren und dafür mehr zu genießen. So sehe ich in den zwei Reise-Wochen hier zwar deutlich weniger als viele andere, folge dabei jedoch meinem eigenen Tempo und das genieße ich sehr. Weniger ist mehr ;).

 

Tangalle: Mein Fazit

Ich habe mich hier sehr sehr wohl gefühlt. Das lag vor allem an der besonderen Unterkunft und ihrer Lage, den herzlichen Gastgebern, aber auch am abgeschiedenen, ruhigen Marakolliya Beach und dem Erlebnis-Faktor (abends hatte ich übrigens sogar noch einen Affen an meiner Hütte). Spontan habe ich meinen Aufenthalt hier verlängert und hätte es auch locker noch ein paar Tage länger aushalten können.

Marakolliya_Beach

 

Wie geht’s weiter?

Nach 4 Tagen heißt es Tasche packen – morgen früh um 4.00 Uhr holt mich mein Fahrer ab und dann geht’s weiter. Warum so früh? Das frage ich mich bestimmt auch, wenn der Wecker morgen klingelt :D. Doch ich bin fest überzeugt, dass es sich lohnen wird. Morgen geht’s in den Udawalawe Nationalpark zum Elefanten treffen und nach der Safari geht’s von dort direkt weiter ins Hochland nach Ella.

 

Fahrer organisieren

Die Jungs von der Unterkunft haben mir geholfen einen Fahrer zu einem guten Preis zu organisieren, der mich in den Nationapark und dann weiter nach Ella bringt. Deutlich günstiger als die Angebote, die ich über die gängigen Facebook-Seiten ‚Sri Lanka Taxi Share‘ und ‚Backpacker Taxi Share Sri Lanka‘ erhalten habe. Die Seiten sind praktisch, um Angebote von Fahrern einzuholen oder Leute zu finden, die ein Taxi mit einem teilen, doch in dem Fall war das Angebot über die Unterkunft günstiger. Die meisten Unterkünfte organisieren gerne Fahrer – bei Taxis kann es jedoch auch sein, dass hier noch eine Provision aufgeschlagen wird. Vergleichen lohnt sich also immer :).
Wenn’s kein Taxi sein soll, sondern ein Tuk Tuk, findet man die Fahrer an jeder Ecke. Handeln lohnt sich so gut wie immer – auch wenn man sich bewusst sein sollte, dass man gerade vielleicht um 30 Cent feilscht ;).

 

So genug für heute, morgen klingelt der Wecker früh. Ich bin gespannt wie ein Flitzebogen und freu mich sehr darauf. Bye bye Meer, jetzt wird’s grün.

Simply Tangalle. Simply me.

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4 Antworten auf „Tangalle: mein bisheriger Lieblings-Reise-Stopp“

  1. Liebe Melli,
    Du schreibst wunderschöne und interessante Berichte mit bezaubernden Bildern (vor allem die Sonnenuntergänge sind traumhaft schön).
    Wir wünschen dir weiterhin eine gute Reise mit spannenden Momenten und freuen uns auf deine nächsten Zeilen
    Ganz liebe Grüße aus der Heimat
    Mum und Dad

  2. Liebe Melanie,

    ganz liebe Grüße aus dem Büro im BMUB Berlin in die weite Welt! Ich beneide Dich positiv für Deine Reisefreiheit!
    Danke für die wunderschönen Bilder und ich freue mich auf weitere Berichte von Dir!

    Ganz liebe Grüße – Anke

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