Fahrt von Unawatuna nach Mirissa

Hallo ihr Lieben,

auch hier wieder ein kurzer Hinweis vorab: dieser Artikel enthält Werbe-Links* (darauf muss ich aus rechtlichen Gründen hinweisen).
In meinem letzten Artikel hatte ich euch angekündigt, dass meine Fahrt nach Mirissa nicht ganz nach Plan lief. Doch erst mal von vorne. Um von Unawatuna nach Mirissa zu kommen, gibt es mehrere Möglichkeiten: Bus, Taxi oder Tuk Tuk gehen eigentlich immer, es fährt jedoch auch ein Zug. Für letzteren habe ich mich entschieden. Zug fahren macht hier irgendwie Spaß und ist spottgünstig.
Die Abfahrtszeiten und Preise habe ich online nachgeschaut, das Ticket konnte ich am Schalter am Bahnhof kaufen (frühestens 30 Minuten vor Abfahrt, vorkaufen ging nicht). Der Preis für die 30 km-Zugfahrt? Umgerechnet ca. 0,28 € in der 3. Klasse. Sensationell, oder? An diese Preise könnte ich mich gewöhnen ;).

Ich fuhr nachmittags, daher war der Zug nicht so voll, vor allem Schüler auf dem Heimweg und ein paar Einheimische.

Zugfahrt_Mirissa

Die Fahrt entlang der Küste war schön und aus diversen Gründen verpasste ich aus Versehen den Ausstieg in Mirissa. Ups. Als mir bewusst wurde, dass der Mini-Bahnhof in der Pampa gerade Mirissa gewesen wäre, war es zu spät und der Zug ruckelte schon entspannt weiter. Am nächsten Bahnhof stieg ich aus.
Stell dir vor, du verfährst dich mit dem Zug und bist plötzlich in

Kamburugamuwa

Ich grinste in mich hinein und kam mit dem Bahnhofs-Mitarbeiter ins Gespräch. Der nächste Zug nach Mirissa fahre erst in 1,5 Stunden, er könne mir für die Strecke aber auch jetzt gleich ein Tuk Tuk organisieren. Doch ich hatte Zeit, fand die Situation irgendwie amüsant, der Bahnhof war schön, umgeben von Palmen, Blumen und Vogelgezwitscher und so entschied ich mich zu warten. ‚Leben in der Lage‘, wie mein ehemaliger Kollege Alex immer so schön gesagt hat :).

Umwege erhöhen die Ortskenntnis.

~ Sprichwort

Im Nachhinein bin ich dankbar, dass mir das passiert ist. Warum und wozu das gut war, erzähle ich euch gleich noch. 1,5 Stunden später tuckerte ich mit dem Zug für unglaubliche 0,05 € zurück nach Mirissa und dann weiter mit dem Tuk Tuk vom Bahnhof hinein ins Dorf und zum Hostel – schon die Fahrt war richtig schön. Da es inzwischen später Nachmittag war, war die Tuk Tuk-Fahrt in den Ort hinein sehr stimmungsvoll, als die tief stehende Sonne mit warmem Licht immer wieder zwischen den Palmen durchblinzelte.

 

Wo liegt Mirissa?

Mirissa ist ein nettes Dörfchen mit knapp 5.000 Einwohnern und liegt an der Südküste Sri Lankas, ca. 40 km östlich von Galle, 30 km von Unawatuna und 4 km von Weligama entfernt. Nach Tangalle Richtung Osten sind es ca. 50 km.

 

Mirissa: meine Unterkunft

Der Tuk Tuk Fahrer setzte mich direkt an meiner gebuchten Unterkunft* ab. Für ca. 10 € pro Nacht gab es ein Einzelzimmer mit Gemeinschaftsbad inkl. Frühstück. Ich war etwas skeptisch aufgrund des niedrigen Preises, aber die Bewertungen auf verschiedenen Seiten waren gut, also gab ich dem Ganzen eine Chance. Das Hostel ist familiengeführt und hat absoluten Homestay-Charakter – durch’s Wohnzimmer der Family, in dem auch der Sohn der Family übernachtet, geht’s ins Gemeinschaftsbad.

Als ich mein Zimmer betrat, fragte ich mich, wie viele Moskitos es in Sri Lanka gibt und warum sich gefühlt alle in meinem Zimmer versammelt haben. Dazu eine riesige Ameisenstraße an der Wand, nur eine einzige Steckdose, die durch den Stand-Ventilator belegt war, Sauberkeit… naja, lassen wir das und auch das Gemeinschaftsbad maximal spartanisch und total dreckig (außerdem hatte es null mit dem Bad zu tun, das online auf den Bildern abgebildet war). Mein erster Eindruck war kurz und knapp: ‚Fuck, hier bleib ich nicht!‘. Erst gedanklich und dann auch tatsächlich zückte ich mein Handy, um heimlich nach einer anderen Unterkunft zu schauen. Da wurde ich schon herzlich von der älteren Besitzerin zu einer Tasse Tee eingeladen, der Sohn kam mit einer Räucher-Spirale gegen die Moskitos* und eine viertel Stunde später war mein Zimmer komplett Moskito-frei. Faszinierend!

Ich entschied mich der Unterkunft zumindest für die erste Nacht eine Chance zu geben und versuchte mir durch meinen eigenen Schlafsack* etwas ‚Wohlfühl-Atmosphäre‘ zu verschaffen. Das gelang.
Und wenn man entscheiden muss, ob man gerade lieber den Ventilator laufen lassen möchte, oder Handy/ Laptop/ Kamera-Akku laden, bringt einen das zumindest zum Nachdenken, was gerade wirklich Prio hat.

Am nächsten Morgen sah die Welt nur noch halb so schlimm aus – das gewöhnungsbedürftige Bad konnte ich durch Flip Flops* und mein eigenes Handtuch* erträglich machen.

Und als ich fertig war, begrüßte mich schon ein liebevoll von der Mama des Hauses frisch zubereitetes Frühstück mit frischem Obst, Spiegelei, 9 Scheiben Toast (wer zur Hölle braucht so viel :D?) und vor allem lecker gefüllte Taschen. Als Hülle irgendwelche angebratenen Blätter, darin eine köstliche Mischung aus Fruchtmus mit Kokos – Toast und Ei hätte ich gar nicht gebraucht.

Frühstück_Sri_Lanka

An Tag 2 wurden mir frisch gemachte Roti serviert (eine Art kleines Fladenbrot, sehr beliebt in Sri Lanka). Ihr seht, ich hab’s quasi schon verraten: Ich bin beide Nächte hier geblieben – und es war gar nicht sooo schlimm. Zumindest vermute ich, dass es noch nicht die schlimmste Unterkunft auf meiner Reise sein wird ;).

 

Mirissa: wo essen?

No. 1 Dewmini Roti Shop und Little Tuna

Egal mit wem ich gesprochen oder wo ich nachgelesen habe: alle meinten, dass ich unbedingt zu
‚No. 1 Dewmini Roti Shop‘ muss, da es dort mit Abstand die besten Rotis (indische Fladenbrote) geben soll. Auch mein Gastgeber im Hostel meinte, ‚very good and just 5 minutes to walk‘. Das wollte ich zumindest mal ausprobieren. Also Google Maps angeworfen und los geht’s. Als mich Maps jedoch auf einen stockfinsteren Trampelpfad abbiegen lies, entlang eines Flüsschens, nur finstere Nacht um mich herum und ein paar Glühwürmchen, die mich begleiteten, war ich maximal in Alarmstellung. Die eine Hand an der Handy-Taschenlampe, die andere am Auslöser meiner Notfall-Alarm-Sirene*, schlich ich den Pfad entlang. Sah bestimmt lustig aus ;). Und siehe da, nach einigen Metern kam plötzlich eine nett beleuchtete Hängebrücke über das Flüsschen und dahinter ein total nett und chillig eingerichtetes Restaurant.

Ich freute mich, dass noch Platz frei war und setzte mich. Erst da dämmerte mir, dass ich im falschen Restaurant gelandet war, obwohl Google Maps mir angezeigt hat, dass ich jetzt im Roti Shop bin. Ich fand die Location jedoch so nett, dass ich da geblieben bin. So landete ich ganz ungeplant und zufällig im ‚Little Tuna‘, einem chilligen Sushi-Restaurant (Atmosphäre super, Sushi mittelmäßig). Zum zweiten Mal bin ich aus Versehen an der falschen Stelle gelandet und zum zweiten Mal sehr positiv überrascht worden. Das wird langsam zur Gewohnheit :). Auf dem Rückweg (normale Straße, Google Maps hatte mich auf dem Hinweg umständlich hingelotst) kam ich noch am Roti Shop vorbei, da standen die Leute Schlange.

Am nächsten Tag war ich mittags tatsächlich noch im ‚Roti Shop‘ – es war auch ziemlich voll und die Atmosphäre war mittelmäßig. Nicht halb so schön und gemütlich wie im ‚Little Tuna‘. Umso mehr freute ich mich über mein zufälliges Verlaufen am Abend vorher. Die Rotis haben zwar sehr gut geschmeckt, doch so ganz konnte ich den Hype um den Laden nicht verstehen. Und im Grunde sind es lecker belegte/ gefüllte Crèpes – nicht mehr, nicht weniger.

No1_Dewmini_Roti_Shop

Kama

Am nächsten Tag entdeckte ich bei einem Strand-Spaziergang ein sehr hübsches Restaurant/ Lounge/ Beachbar namens ‚Kama‘. Die Karte dort ist klassisch international (Pizza, Wraps, Fisch mit Pommes etc.), dafür ist die Location wunderschön, aber seht selbst:

 

Mirissa Beach

Der Strand in Mirissa hat mir auf Anhieb gut gefallen. Dort war zwar auch einiges los inkl. einigen Beachbars, doch deutlich weniger als in Unawatuna und die Atmosphäre war irgendwie netter.

Dass es auf meinen Bildern nach einem einsamen Strand aussieht, liegt vor allem an der frühen Uhrzeit und meiner Geduld beim Fotografieren – es war tatsächlich einiges los dort ;).

 

Kamburugamuwa Beach

Weiter oben habe ich euch erzählt, dass ich mich mit dem Zug nach Kamburugamuwa verfahren habe. So kam ich auf die Idee, mir das Örtchen genauer anzuschauen. Es liegt ca. 4 km östlich von Mirissa und hat einen absolut fantastisch aussehenden Strand. Stundenlang war ich fast alleine dort, erst zum Sonnenuntergang trudelten ein paar Spaziergänger ein, die über den Strand flanierten. Selten habe ich so dekorativ ins Bild hängende Palmen gesehen und so konnte ich gar nicht genug bekommen vom Fotografieren. Nie hätte ich diesen Traum-Strand kennengelernt, wenn ich mich nicht mit dem Zug verfahren hätte. Manchmal lohnt es sich, dem Zufall eine Chance zu geben :).

Leider war auch hier die Strömung wieder sehr stark. Seit ich in Sri Lanka war, konnte ich kein einziges Mal richtig ins Meer. Die Wellen und der Sog sind ziemlich stark. Ich hoffe in Indonesien wird es etwas chilliger, was das angeht. Jammern auf sehr hohem Niveau, ich bin ja schon ruhig ;).

 

Mein Fazit

Mirissa ist durchaus touristisch, ich habe viele Reisende gesehen. Insgesamt fand ich es jedoch deutlich gemütlicher, entspannter und ursprünglicher als Unawatuna. Hier kann man gut ein paar lockere Tage verbringen, zusammen mit anderen Travellern und mit einer King Coconut in der Hand am Strand liegend eine gute Zeit haben.

Kamburugamuwa Beach ist mein Geheimtipp für alle, die einsame Strände lieben.

 

Wie geht’s weiter?

Seit gestern bin ich weiter gereist nach Tangalle bzw. Marakolliya. Doch mehr dazu in meinem nächsten Beitrag. Kleiner Teaser vorab: Hier gefällt es mir so gut, dass ich sogar spontan verlängert habe.

Lasst es euch gut gehen, ihr Lieben.

Simply Mirissa. Simply me.

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2 Antworten auf „Mirissa: gleich zwei glückliche Zufälle für mich“

  1. Hi Melli,
    Freu mich immer über neue Beiträge von Dir….des liest sich soo toll….hört sich so an als bist du jetzt im Explorer Modus….juhu…geniess es!!
    Bussi

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