Ayurveda Sri Lanka: So schnell sind zwei Wochen vorbei

Ayubowan (=hallo) aus Sri Lanka.

Die ersten Tage sind wie im Flug vergangen, ich habe sie mit Ayurveda in Sri Lanka verbracht. Bevor ich euch mehr darüber berichte, hier noch ein kleiner Hinweis: Ich schildere hier meine ganz persönlichen Eindrücke und Erfahrungen. Gut möglich, dass jemand anderes die Erlebnisse ganz anders wahrnimmt.

Noch eine Anmerkung: Dieser Artikel enthält Werbe-Links.

 

Der Weg zu allem Großen geht durch die Stille.

~ Friedrich Nietzsche

 

Ayurveda Sri Lanka: Was ist Ayurveda überhaupt?

Ayurveda ist die Lehre vom langen Leben. Kurz zusammengefasst ist es ein ganzheitlicher Ansatz, um ein möglichst langes und gesundes Leben zu führen. Wer mehr erfahren möchte, dem empfehle ich für den ersten Einblick Wikipedia oder eines dieser Bücher, die mir empfohlen wurden:

Eine allgemeine Einführung*

und hier ein passendes Kochbuch*:

 

 

Ayurveda Sri Lanka: Warum macht man das?

Die Gründe, warum man Ayurveda machen sollte oder möchte, sind so einleuchtend wie vielseitig. Meine ganz persönlichen Gründe waren folgende: Ich wollte nicht direkt aus dem Stress Zuhause in den Reise-Stress starten, sondern einen „leichten“ Einstieg in die Durch-die-Welt-Reise haben. Entspannen, runter kommen, an einem festen Ort sein, auf gesunde Art und Weise starten, um dann gereinigt und relaxed in die „richtige“ Reise starten zu können.

Andere kamen mit konkreten Beschwerden hier an (z.B. Bluthochdruck, erhöhte Cholesterin- und Blutzucker-Werte, Haut-Probleme) und hatten am Ende normale Werte oder ihre Beschwerden waren zum Teil deutlich besser – zumindest als Moment-Aufnahme finde ich das beeindruckend.

Und wenn nebenbei noch ein paar Kilos dahin schmelzen, ist das doch ein schöner Nebeneffekt.

Wieder andere praktizieren Ayurveda bereits im Alltag oder haben allgemein eine gesunde Lebensweise und sehen den Aufenthalt hier einfach als gesunden Urlaub.

Worin sich jedoch alle einig sind, mit denen ich mich unterhalten habe: Ayurveda ist eine absolute Energiequelle und ein gesundes Vergnügen noch dazu.

Ayurveda_Massage

 

Ayurveda Sri Lanka: Wie lange sollte man das machen?

Ich persönlich habe mich für das 12 Tage Pancha Karma-Programm entschieden. Da ich vorher noch keine Berührungspunkte mit Ayurveda hatte, außer dass eine Freundin und einige Bekannte sehr begeistert davon berichtet haben, habe ich für mich diese vergleichsweise kurze Variante gewählt. Als Einstieg in dieses Thema war diese Dauer für mich persönlich ausreichend.

Die meisten anderen, die ich getroffen habe, waren länger hier: 14 Tage oder drei Wochen Pancha Karma, teilweise sogar bis zu vier Wochen.

 

Ayurveda Sri Lanka: Wo kann man das machen?

Die Liste der Einrichtungen ist lang. In meinem Stefan Loose Reiseführer Sri Lanka* werden über 20 Einrichtungen empfohlen, die meisten befinden sich an der West- oder Südküste. Vom Luxus-Resort bis hin zu authentischem Ayurveda ist in Sri Lanka alles zu finden.

Ich persönlich habe mich für den Ayurveda Garden entschieden, ein kleines und familiär geführtes Hotel mit nur 13 Zimmern/ Bungalows an der Süd-Westküste in Ambalangoda. Direkt nebenan liegt die Shakti Villa – das exklusivere Hotel gehört auch dazu.

Kleiner Spoiler vorab: Ich habe mich hier wahnsinnig wohl gefühlt – die Anlage ist richtig schön grün und gepflegt, mein Zimmer mit Meerblick hat mir richtig gut gefallen, die Lage direkt am Meer ist ein Traum, das Personal sehr herzlich und die Betreuung und Anwendungen konnte ich sehr genießen (die meisten jedenfalls ;)…). Und die Sonnenuntergänge – wirklich traumhaft…

Ayurveda Sri Lanka: Welche Anwendungen gibt es und bringt das was?

Ganz grob würde ich die Anwendungen, die ich hier kennengelernt habe, in drei Kategorien unterteilen: Massagen (z.B. Nacken & Schulter, Füße, Ganzkörper etc. – absolut traumhaft), Bäder (z.B. Dampfbad mit Meerblick, Kräuterbad etc.), Reinigungen (wer mehr darüber erfahren möchte, kann mich gerne persönlich fragen ;)…).

Nach einer Anfangs-Konsultation wird täglich neu der individuell abgestimmte Tages-Plan erstellt. Insgesamt stehen meist 4-6 Termine pro Tag an. Klingt viel, aber wenn die Termine „Fußmassage + Kopfmassage + Ganzkörper-Massage mit Öl und Reissäckchen + Gesichts-Behandlung + Kräuterbad“ heißen, ist das durchaus sehr angenehm :). Und was nicht besonders angenehm ist, ist zumindest besonders sinnvoll ;).

Was soll ich sagen – es wirkt gefühlt Wunder. Ich kam hier an, gestresst, nach einem langen Flug, müde. Schon die Begrüßung mit einer frischen Trink-Kokosnuss, einer buddhistischen Segnung und einer Fuß-Massage war wundervoll. Nach den weiteren Massagen war ich spätestens an Tag 3 absolut tiefenentspannt und glückselig. Und natürlich waren nicht alle Anwendungen schön. Aber wer schon einmal eine vierhändige Synchron-Massage oder Shirodhara, den ayurvedischen Stirn-Ölguss erleben durfte, weiß wovon ich spreche.

Ayurveda_Sri_Lanka_Shirodhara

Kennt ihr das, wenn ihr so richtig selig und im Kopf ein wenig glücklich-dusselig seid? So ging es mir hier. Und natürlich war nicht alles schön. Aber nach dem zweiten Ölguss dachte ich mir: „Nur Fliegen ist schöner – wobei, vielleicht nicht einmal das.“

Und die roten Bademäntel, die ich nun fast zwei Wochen getragen habe, damit man die eigene Kleidung nach den Anwendungen nicht mit Öl einsaut, werde ich wahrscheinlich auch ein wenig vermissen ;).

Melanie_Ayurveda

Ayurveda Sri Lanka: Das Essen

Wer mich kennt, weiß, dass ich essenstechnisch nicht ganz einfach bin. Und dennoch kann ich voll überzeugt sagen, dass das meiste Essen richtig lecker geschmeckt hat. Im Ayurveda wird der Essenplan an den jeweiligen Typ (= das jeweilige Dosha) angepasst – und so haben wir zu den Essenszeiten immer große, neugierige Augen gemacht, als das Essen serviert wurde. Ein typisches Ayurveda Menü, wie wir es täglich frisch gekocht serviert bekommen haben:

Frühstück:

  • Leichte Suppe (z.B. aus Blättern oder Kräutern mit so lustigen Namen wie Monarakudumbiya mit etwas Reis oder eine Reissuppe, je nach Anwendungen an diesem Tag)
  • Evtl. Zwischengericht (z.B. ein kleiner Pfannkuchen oder eine Griesschnitte)
  • Obstteller (das Obst hier schmeckt wirklich fantastisch, viel aromatischer als bei uns; vor allem die Mango ist ein Traum, leeeecker)

Mittagessen:

  • Vorspeise, z.B. lokaler Salat (hat wenig mit unseren Salaten zu tun, z.B. aus geschnittenen Maracuja-Blättern)
  • Als Hauptgericht sehr viel lecker gewürztes und mariniertes Gemüse, meist mit Reis, ab und zu ein wenig Fisch
  • Als Dessert z.B. Obstsalat, ein Sesambällchen, ein Smoothie etc.

Abendessen:

  • Als Vorspeise z.B. Suppe
  • Als Hauptspeise z.B. ein leckeres Gemüse-Curry oder verschiedene Gemüse mit Reis
  • Nachspeise: z.B. Mango-Lassi oder ein Obstsalat

Manche Portionen wirken klein, doch man kann bei Bedarf nachbestellen und ich habe hier keine Sekunde das Gefühl gehabt hungrig zu sein. Es war wirklich ausgesprochen lecker.

Vor allem das prächtig-blumig geschmückte Abschieds-Essen war wirklich großartig.

Ich habe nicht nur viel Neues kennengelernt, sondern bin mir auch sehr sicher, dass ich das tolle Essen vermissen werde.

 

Ayurveda Sri Lanka: Die „Medizin“

Begleitet wurde das Ganze von „Medizin“ in Form von verschiedenen Kräutern. Pflanzenkunde ist ein wichtiger Teil des Ayurveda. Nach dem Essen bekam jeder seine Box mit individuell zusammengestellten Inhalten, z.B. ein Gläschen mit einem Mix aus Ingwer, Zitrone und Honig oder frische Aloe Vera in Honig oder ein Stamperl (=Schnapsglas für die Nicht-Bayern) voll mit einer flüssigen Kräutermischung, die mich deutlich an Jägermeister erinnert hat. Vielleicht war die Stimmung auch deshalb hier so gut ;).

 

Ayurveda Sri Lanka: Was gehört sonst noch dazu?

Neben den klassischen Anwendungen gab es auch weitere freiwillige Angebote, z.B. Yoga, Tai-Chi und Mediation – Ayurveda setzt stark auf ein ganzheitliches Programm. Und mit Meeresrauschen im Ohr macht das Ganze gleich noch mehr Spaß :)… (auch wenn ich gestehen muss, dass ich es kein einziges Mal zum Morgen-Yoga um 6.15 Uhr geschafft habe, das Nachmittags-Programm war eher meins ;)…).

Meditation_Mönch

Ansonsten gehen die Tage auch wie im Flug vorbei, wenn man

  • einfach am Strand relaxt, mit einem guten Buch in der Hand
  • oder netten Gesprächen
  • oder wenn man entspannt Löcher in die Luft und ins Meer starrt (einfach „sein)
  • oder mit einem Strand-Spaziergang, bei dem das Meer die Füße und Beine umspielt
  • oder fotografiert
  • oder die Reise weiter plant
  • oder wenn man auf der gemütlichen Schaukel mit Meerblick ein wenig vor sich hin schaukelt, ganz wie man möchte.

Es sind die kleinen, simplen Dinge hier, die man hier richtig genießen kann.

Bei Interesse konnten auch Ausflüge gebucht werden, z.B. in die nahe gelegene Stadt Galle oder in eine nahe gelegene Lagune zum Sonnenaufgang inkl. Stop auf einer kleinen Mönchsinsel und einer Zimt-Insel.

 

Ayurveda Sri Lanka: Wer macht das und wie war die Stimmung?

Was mich persönlich begeistert hat, war die ausgesprochen sympathische Gruppe, mit der ich dieses Erlebnis geteilt habe. Zwar war ich mit Anfang/ Mitte 30 eine der Jüngsten hier, doch das hat zu keinem Zeitpunkt eine Rolle gespielt. Die Gruppe war bunt durchgemischt, von Ende 20 bis Ende 60, vom Rentner-Ehepaar bis hin zu Solo-Urlaubern jeden Alters. Was jedoch die meisten vereint hat, war eine ganz angenehme Stimmung: freundlich, offen, herzlich, familiär – jeder mit seiner ganz eigenen Geschichte und ich habe mich sofort herzlich aufgenommen gefühlt in der Gruppe. Und all das gepaart mit einer sympathischen Lockerheit. Das lag vielleicht auch daran, dass die Anlage hier recht klein und familiär ist.

Ayurveda_Gruppe_Abschlussessen

Und eines scheint tatsächlich zu stimmen: Ayurveda, die Lehre des langen Lebens, scheint schon auf den ersten Blick ein Stück weit richtig zu sein – viele aus der Gruppe hätte ich mindestens 10 Jahre jünger geschätzt.

 

Ayurveda Sri Lanka: Auch an Weihnachten und Silvester eine gute Idee?

Sri Lanka ist größtenteils buddhistisch (ca. 70%). Für uns westliche Besucher haben Sie hier im Hotel jedoch Weihnachten organisiert – und zwar mit einer Herzlichkeit, die wirklich beeindruckend war. Sehr liebevoll dekoriert, der Tisch geschmückt mit hunderten Blüten, ein fantastisches Weihnachts-Essen (Schlemmen in gesund) und zum Schluss kam sogar der Weihnachtsmann zur Bescherung.

Silvester feiern wir gemeinsam in der Shakti Villa feiern, das etwas exklusivere Ayurveda-Hotel liegt direkt nebenan und wird vom gleichen Besitzer betrieben. Gerüchteweise erwartet uns ein leckeres, ayurvedisches Buffet, landestypisches Programm mit Tänzen und Masken und die eine oder andere Überraschung.

Also ja, aus meiner Sicht schließen sich ein gesundes Ayurveda-Erlebnis in Sri Lanka und Weihnachten/ Silvester nicht aus – im Gegenteil, ich habe es genossen, auch mal wieder abseits der Heimat und der Lieben. Natürlich fühlt es sich anders an als Zuhause – aber 30 Grad und Baden im Meer sind dann noch ein ganz nettes i-Tüpfelchen.

 

Ayurveda Sri Lanka: Mein Fazit

Der Start hier war genau das Richtige. Meine ersten Erfahrungen mit Ayurveda waren im sehr positiven Sinne spannend, ich bin absolut tiefenentspannt und gereinigt und ich freue mich darauf, das eine oder andere davon in den Alltag zu überführen.

Und falls es ein Paradies auf Erden gibt, würde ich persönlich nicht ausschließen, dass es ein Ayurveda-Hotel in Sri Lanka ist ;).

 Wie geht’s weiter?

Noch genieße ich die letzten Stunden hier. Etwas wehmütig und maximal entspannt nehme ich an Neujahr Abschied. Doch ich bleibe noch die nächsten zwei Wochen in Sri Lanka – nun geht die „richtige“ Reise los. Erst weiter entlang der Küste und dann rein ins Hochland und die Tee-Plantagen.

Ich bin ganz gespannt und auch ein wenig vorsichtig neugierig auf diese Welt außerhalb der Anlage. Bisher war ich meist in einem ruhigen, entspannten Mikro-Kosmos hier im Ayurveda Garden, nun geht’s raus in den Trubel und die Welt – das wird ein ziemlich großer Kontrast. Einen Vorgeschmack und erwarteten Mini-Kulturschock hatte ich gestern bereits in der Stadt – ganz viele Eindrücke, Trubel, Bilder, Gerüche, Armut. Schon jetzt beginne ich wertzuschätzen, wie gut es uns in Deutschland geht (und das sage ich nicht nur, weil ich hier mit der wahnsinnig langsamen Internet-Geschwindigkeit verzweifle ;)…).

Die Reise beginnt, auf geht’s :).

Simply Ayurveda. Simply me.

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